Kurt Tucholsky – „Zwischen Gestern und Morgen“

Wir schlendern über eine kleine Wiese, meine Tochter und ich. Noch circa 20 Minuten, dann ist der Bus da. Sie wird uns über das Wochenende besuchen, die Cousine meiner Frau. Auf dem Bordstein, vor dem Fahrradweg am Ende der Wiese sitzen normalerweise immer die Leute die auf die Busse warten. Einer von Ihnen hat das Buch wohl vergessen.
Das Cover ist auffällig schön schlicht, es ist alt und die ehemals weißen Seiten sind schon gelblich-bräunlich verblichen. Kurt Tucholsky, „Zwischen Gestern und Morgen“- erstmals veröffentlicht 1952. Ein kleines Buch mit gesammelter Prosa und Lyrik.

Ich schlage es auf. Es beginnt mit einem Brief von Tucholsky an seinen Verläger Rowolth vom März 1932. Eine Nebeninfo: Tucholsky starb 1935, in Schweden, wohin er ausgewandert war, als es in Deutschland aus humanistisch-demokratischer Sicht steil bergab ging:

Kurt Tucholsky – Ein Brief an seinen Verleger

Mein Fazit: Sympathischer Umgang mit der eigenen Endlichkeit. Das Buch liegenlassen oder in der Fundgrube abgeben – dafür gefällt es mir auf der ersten Seite schon zu gut. Falls es jemand zurück haben will, soll er erstmal beweisen, dass es ihm gehört…Ich jedenfalls gebe es ungern wieder her.

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