klientenzentrierte Psychologische Beratung

Das Gespräch als Basis zur Lösung von Konflikten und zur Überwindung kritischer Lebensphasen.

Der klientenzentrierte (auch non-direktive) Ansatz geht zurück auf die Erkenntnisse von Carl R. Rogers (1902-1987, USA). Er war ein wichtiger Wegbereiter und Vertreter der humanistischen Psychologie. Das Menschenbild des Humanismus ist ein Positives. Man geht davon aus, dass jeder Mensch als ein schöpferisches Wesen auf die Welt kommt, mit dem starken Willen sich selbst zu entfalten (im Gegensatz zum Menschenbild der frühen Psychoanalyse bei Freud). Je nach Prägungen kann dieser natürliche Prozess, im inneren Einklang mit seinem Selbst zu leben auch verbaut werden. Das Ziel wäre dann diese Mauern wieder einzureißen, um den eigenen Blick wieder zu erlangen und seine eigenen konstruktiven Perspektiven zu kreieren.

Photo by Eryk on Unsplash

Zentraler Aspekt der Beratung ist das gemeinsame Erkunden Ihrer Sichtweisen und Ihrer Lebenswelt und dabei in eine Form der aufrichtigen Kommunikation einzutauchen. Gefühle und Gedanken spielen dabei eine zentrale Rolle. Es kristallisieren sich die wichtigen Fakten eines Sachverhaltes auf emotionaler und kognitiver Ebene nach und nach heraus, es verringert sich die Komplexität.

Neben individuell vereinbarter Ziele der Zusammenarbeit kann man auch von bereits bestehenden Metazielen der Beratungsarbeit sprechen: eine höhere Lebenszufriedenheit, mehr innerer Halt und Stabilität.

Die Haltung des Beraters

Kongruenz

Mit diesem Begriff mein Rogers die Echtheit, Unverfälschtheit des Berater. (vgl. Rogers, C.: Der neue Mensch 1981) Diese Grundhaltung erfordert beim Berater ein gutes Gespür für sich selbst. Es ist demzufolge eine Voraussetzung der Beratungsarbeit, dass der Berater sich intensiv mit sich selbst und seiner eigenen Biografie auseinandergesetzt hat.

Empathie

Hiermit ist das einfühlende Verstehen der Lebenswelt des Klienten gemeint. Das nichtwertende, unvoreingenomme, also echte Verständnis einer Person.

positive Zuwendung

Das meint „das Akzeptieren, die Anteilnahme oder Wertschätzung“ (Rogers, C.: Der neue Mensch 1981; Seite 68) seitens des Beraters gegenüber seinen Klienten. So wie der Klient in diesem Moment ist, so wird er vorurteilsfrei angenommen.

Iterativer Prozess

Der Ansatz meiner Beratung liegt im ausführlichen und wiederholenden Austausch mit dem Klienten. Gespräche strukturieren sich in fünf, einander verzahnende Bausteine, die immer wieder durchlaufen werden. Ziel ist es zunächst gemeinsam ein tiefes Verständnis für Sachverhalte zu entwickeln und Handlungsspielräume aufzudecken. Später wird der Klient diese Prozesse selbständig reflektieren und nachvollziehen können. Die Bausteine im Einzelnen:

Beispiele

Folgende Szenarien sind Paradebeispiele für die Aufarbeitung mittels psychologischer Beratung:

  • emotionale Spannungen, Druck z.B. durch 
    • hohe Arbeitslast
    • der Klient fühlt sich ausgebrannt und sucht nach den Ursachen 
    • der Klient fühlt sich häufig schnell gereizt (Indikator kann hier beispielsweise aggressives Verhalten im Straßenverkehr, häufiger Streit im Lebensumfeld wegen objektiver Kleinigkeiten, etc. sein) 
    • traumatische Erfahrung(en) 
  • Empfinden eines Mangels 
    • drohender Verlust einer Bezugsperson (Liebeskummer, Probleme in der Partnerschaft, usw.) 
    • drohender Verlust einer Arbeitsstelle, 
    • Schicksalsschlag, 
    • ohne den Grund für den Mangel genau zu kennen. 
  • jegliche Probleme in bestimmten sozialen Geflechten: Chef, Familie, Beziehung 
    • “zwischen den Stühlen eingeklemmt fühlen” 
    • Streit 
    • etc.